«Pflege-Green-Card» gefährliche Mogelpackung

Berlin. (kobinet) - Der Sozialverband Deutschland (SoVD) hat den Verordnungsentwurf des Bundesarbeitsministeriums zur Anwerbung ausländischer Haushaltshilfen für Pflegebedürftige als eine «gefährliche Mogelpackung» bezeichnet, die so nicht in Kraft treten dürfe. Denn entgegen den Aussagen des Entwurfs ziele die Aktion ganz offensichtlich darauf ab, dass die Arbeitnehmerinnen aus Osteuropa sehr wohl pflegerische Aufgaben übernehmen sollen, kritisierte SoVD-Vizepräsidentin Marianne Otte. Die öffentliche Diskussion mache deutlich, dass es dabei um Grundpflege und Betreuung der Pflegebedürftigen gehe. Da diese ausländischen Kräfte aber in der Regel dafür nicht ausreichend qualifiziert sein dürften, würden die sowieso schon bestehenden Defizite und Mängel in der ambulanten Pflege dadurch weiter verschärft.

Nach Ansicht von Marianne Otte sei es sattdessen dringend erforderlich, die bestehenden Qualitätsmängel in der stationären und ambulanten Pflege zu beseitigen. Auch aus arbeitsmarktpolitischen Gründen hält der SoVD eine Ausnahmegenehmigung für ausländisches Hilfspersonal in Pflegehaushalten für nicht erforderlich. So seien allein 22.600 arbeitslose Pflegekräfte registriert. Zudem würden nach Erfahrungen des Sozialverbandes viele Pflegekräfte, die den Beruf wegen hohe Belastungen aufgegeben haben, bei akzeptabler Entlohnung und guten Arbeitsbedingungen wieder einsteigen. hjr



FORUM - das Online-Magazin für Behinderte - 10.12.2001
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